Stadtsparkasse München kündigt Zehntausenden Girokunden – Wechsel in neue Kontomodelle alternativlos

Die Stadtsparkasse München verschickt derzeit Kündigungen an zehntausende Girokonto-Kunden, die neuen Gebührenmodellen bislang nicht zustimmten. Kunden haben nun mehrere Optionen.

Yara Wilske

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Yara Wilske

Veröffentlicht am

25.3.25

Stadtsparkasse München kündigt Zehntausenden Girokunden – Wechsel in neue Kontomodelle alternativlos

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Die Stadtsparkasse München zieht Konsequenzen aus der vor zwei Jahren gestarteten Neustrukturierung ihrer Girokonto-Angebote und verschickt aktuell Kündigungsschreiben an diejenigen Kunden, die bislang keiner Umstellung zugestimmt haben. Dies könnte nach Schätzungen noch mehrere zehntausend Kontoinhaber betreffen.

Hintergrund: Neue Gebührenmodelle seit 2023

Bereits vor zwei Jahren führte die Stadtsparkasse München neue Kontomodelle ein, verbunden mit einer Erhöhung der Gebühren. Kunden konnten zwischen verschiedenen Modellen wählen, die sich in Grundpreis und Anzahl der inkludierten Buchungen unterscheiden. Der monatliche Basispreis eines Girokontos liegt seitdem bei 2,95 Euro. Zusätzliche Pakete („Kompakt“, „Extra“ und „Premium“) sind gegen Aufpreis erhältlich. Diese enthalten unterschiedliche Mengen an kostenfreien Buchungen; jede darüber hinausgehende Buchung kostet zusätzlich 35 Cent.

Die Neuregelung hatte damals für deutliche Kritik gesorgt, unter anderem von Verbraucherschützern. Zwar setzte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stadtsparkasse, einzelne kundenfreundlichere Anpassungen durch, etwa kostenfreie Bargeldabhebungen. Dennoch hatten viele Kunden den neuen Bedingungen bis heute nicht zugestimmt.

Jetzt droht Kündigung

Wer die neuen Gebührenmodelle bisher ignoriert oder abgelehnt hat, bekommt derzeit Post von der Bank mit einer klaren Botschaft: Das Girokonto wird zum 31. Mai 2025 gekündigt, sofern bis dahin keine Zustimmung zu einem neuen Modell erfolgt ist.

Betroffen sind schätzungsweise über 40.000 Kunden, denn laut Bank haben zwar bereits 90 Prozent der Kunden – das entspricht rund 450.000 von rund 500.000 Girokonten – auf die neuen Modelle gewechselt, der Rest aber bislang nicht reagiert. Die Stadtsparkasse spricht dabei von einer „formaljuristisch notwendigen Kündigung“.

Welche Optionen Kunden nun haben

Den angeschriebenen Kunden bleiben mehrere Optionen:

  • Umstellung auf ein neues Kontomodell: Die Bank schlägt bereits im Schreiben ein passendes Modell auf Basis des Nutzungsverhaltens vor.
  • Bankwechsel: Kunden können zu einem anderen Institut wechseln.
  • Automatische Zustimmung (konkludent): Wer nichts unternimmt, aber im Juni 2025 das Konto weiterhin aktiv nutzt, akzeptiert automatisch das vorgeschlagene Modell ab Juli.
  • Keine Reaktion: Wer weder reagiert noch das Konto nutzt, riskiert, dass das Konto stillgelegt wird. Wie die Sparkasse mit diesen Fällen genau umgehen wird, ist noch offen – denkbar wäre eine Treuhandlösung.

Stadtsparkasse bemüht sich um Schadensbegrenzung

Die Stadtsparkasse München betont in einer Stellungnahme, man wolle jeden Kunden behalten. Die Kündigungsschreiben seien jedoch aus „technischen und rechtlichen Gründen unumgänglich“. Weiter heißt es, alle Betroffenen seien seit der Einführung der neuen Konditionen mehrfach informiert und kontaktiert worden. Wer jetzt immer noch nicht reagiere, werde nochmals Ende Mai angeschrieben und nach der gewünschten weiteren Vorgehensweise gefragt.

Die aktuelle Welle der Kündigungen erfolgt kurz nachdem der scheidende Vorstandschef Ralf Fleischer positive Geschäftsergebnisse verkündet hatte. Demnach hatte die Sparkasse trotz der neuen Gebührenmodelle sogar einen leichten Anstieg bei den Girokonten verbuchen können.

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