Die Sparkassen steigern 2024 ihre Erträge leicht. Trotz hoher Investitionen in Digitalisierung bleibt der Jahresüberschuss bei 2,5 Mrd. Euro stabil. DSGV-Präsident Reuter blickt vorsichtig optimistisch auf 2025.
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Die Sparkassen-Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2024 ihre Erträge moderat ausbauen. Gleichzeitig investierten die Institute verstärkt in Digitalisierung und Technologie. Unter dem Strich blieb der Gewinn stabil. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zeigt sich mit dem Jahresergebnis dennoch zufrieden und blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft.
Die Nachfrage nach Krediten zog im abgelaufenen Jahr spürbar an. Besonders dynamisch entwickelte sich das Kreditneugeschäft im Privatkundenbereich: Hier legten die Neuzusagen um gut 22 Prozent auf 52,3 Milliarden Euro zu. Insbesondere Wohnbaukredite verzeichneten mit 45,5 Milliarden Euro einen kräftigen Anstieg.
Verhaltener war das Kreditwachstum im Firmenkundensegment. Die Sparkassen vergaben 2024 Kredite an Unternehmen und Selbstständige in Höhe von 80,2 Milliarden Euro, ein Zuwachs von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt stieg der Kreditbestand leicht auf 543,9 Milliarden Euro.
Auch auf der Einlagenseite konnte die Gruppe zulegen: Die Kundeneinlagen erhöhten sich um drei Prozent auf 1.182 Milliarden Euro. Besonders nachgefragt waren Sparkassenbriefe und Termingelder.
Beim Zinsüberschuss verzeichneten die Sparkassen ein leichtes Plus von 1,1 Prozent. Die Provisionserträge stiegen um 6,2 Prozent, vor allem dank des Girokonten- und Kartengeschäfts. Gleichzeitig sorgte das Wertpapiergeschäft für einen neuen Rekord: Mit einem Umsatz von 199,1 Milliarden Euro erreichte dieses Segment das höchste Volumen in der Geschichte der Sparkassen.
Auf der Kostenseite machten sich die hohen Investitionen bemerkbar. Insgesamt gaben die Sparkassen und ihre IT-Tochter Finanz Informatik rund eine Milliarde Euro für Digitalisierung und den Ausbau von KI-Technologien aus. Diese Ausgaben führten zu einem Kostenanstieg von 4,6 Prozent.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung verharrte auf dem Niveau des Vorjahres bei 18,2 Milliarden Euro. Die Risikovorsorge lag mit -2,3 Milliarden Euro weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt, blieb aber unter dem Vorjahreswert. Sorgen um Kreditabschreibungen sieht der DSGV nicht: Lediglich 6,9 Prozent des Kreditvolumens entfällt auf das von Unsicherheiten belastete Segment Gewerbeimmobilien.
Auch die Vorsorgereserven wurden erneut gestärkt und um 8,3 Milliarden Euro ausgeweitet.
Für das laufende Jahr erwartet der DSGV ein moderates Ergebniswachstum – mittelfristig könnte das geplante Infrastrukturpaket positive Effekte bringen. DSGV-Präsident Ulrich Reuter mahnt jedoch zur Geduld: „Bis diese Impulse bei den Instituten ankommen, wird es noch etwas dauern.“ Er rechnet frühestens 2026 mit einer deutlicheren Belebung der Kreditnachfrage. Dennoch zeigt sich Reuter insgesamt zuversichtlich, dass die Sparkassen auch in einem schwierigen Umfeld solide aufgestellt bleiben.
Die Apobank blickt zufrieden auf 2024: Das Betriebsergebnis legt kräftig zu, die Bilanzsumme steigt moderat und die Dividende soll erneut bei sechs Prozent liegen. Trotz Sonderbelastungen steht die Bank solide da.