MLP erzielt 2024 erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde Euro und steigert das Ergebnis deutlich. Bis 2028 plant der Finanzdienstleister ein operatives Ergebnis von bis zu 150 Millionen Euro – getragen von einem breit diversifizierten Geschäftsmodell.
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Der Finanzdienstleister MLP blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück und stellt die Weichen für ein deutliches Wachstum in den kommenden Jahren. Mit einem Umsatz von erstmals über einer Milliarde Euro und einem kräftigen Gewinnanstieg hat das Unternehmen seine Prognosen erfüllt – und zeigt sich für die Zukunft ambitioniert.
2024 war für die MLP Gruppe ein Jahr der Rekorde: Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 1,04 Milliarden Euro – ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Besonders das Segment Vermögensmanagement trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Hier konnte MLP von der anhaltend hohen Nachfrage nach professioneller Vermögensberatung profitieren und das verwaltete Volumen deutlich ausbauen. Maßgeblich verantwortlich dürfte dafür die MLP-Tochter FERI mit Sitz in Bad Homburg vor der Höhe sein.
Neben der Vermögensverwaltung lieferten auch die Versicherungssparte sowie die Immobilien- und Finanzierungsgeschäfte stabile Beiträge zum Gesamtumsatz. Die Diversifizierung des Geschäftsmodells zahlt sich zunehmend aus und verschafft dem Unternehmen eine solide Basis. Das zeigen auch die Zahlen zu den sogenannten wiederkehrenden Erlösen, auf die MLP seit Jahren erfolgreich setzt.
Beim operativen Ergebnis (EBIT) legte MLP deutlich zu: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um über ein Drittel auf 95 Millionen Euro. Damit erreichte MLP das obere Ende der eigenen Prognosespanne und übertraf gleichzeitig die Analystenerwartungen leicht.
Der Nettogewinn zog ebenfalls kräftig an: Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 69,3 Millionen Euro, ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Aktionäre bedeutet dies eine Anhebung der Dividende – von bisher 30 auf nun 36 Cent je Aktie. Wenig verwunderlich also, dass sich die Performance der MLP-Aktie in den vergangenen Monaten durchaus sehen lassen kann.
Auch für das laufende Jahr zeigt sich der Finanzdienstleister optimistisch. Das Management rechnet mit einem weiteren Anstieg des operativen Ergebnisses und peilt für 2025 ein EBIT zwischen 100 und 110 Millionen Euro an. Die solide Ausgangslage und die breite Aufstellung in verschiedenen Geschäftsfeldern sollen das Fundament für weiteres Wachstum bilden.
Bedingt durch die hohen Erlöse dürfte MLP auch ausreichend Finanzstärke für notwendige Zukunftsinvestitionen mitbringen, um den Erfolg aufrechterhalten zu können.
Darüber hinaus hat MLP seine mittelfristige Strategie konkretisiert. Bis zum Jahr 2028 will das Unternehmen den operativen Gewinn signifikant steigern und ein EBIT zwischen 140 und 150 Millionen Euro erreichen. Vorstandschef Dr. Uwe Schroeder-Wildberg sieht dabei insbesondere die breite Aufstellung des Konzerns als entscheidenden Vorteil:
„Unser Geschäftsmodell vereint verschiedene Säulen wie Vermögensmanagement, Versicherungen und Immobilien. Diese Diversifizierung macht uns widerstandsfähig und ermöglicht uns nachhaltiges Wachstum.“
Wachstumspotenziale sieht MLP weiterhin im Ausbau der Vermögensverwaltung sowie in der gezielten Gewinnung junger Kunden und digital affiner Zielgruppen. Gleichzeitig sollen operative Prozesse weiter optimiert werden, um die Effizienz der Gruppe zu steigern.
Während das Finanzergebnis des zweitgrößten Finanzvertriebs für sich spricht, zeigt sich bei der Gewinnung der für MLP wichtigen Beraterinnen und Berater, die auf Basis eines Handelsvertretervertrags arbeiten, ein anderes Bild. Während die großen Wettbewerber in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Finanzberaterinnen und -berater gewinnen konnten, kann MLP diese Zahl lediglich sehr leicht steigern und stagniert auf einem Niveau von etwa 2.100 Beraterinnen und Beratern.
Insidern zufolge ändert auch das neu geschaffene Trainee-Programm nichts am Beraterwachstum. Im Gegenteil: die Fluktuation soll hier relativ hoch ausfallen. Darüber hinaus verliert der in Wiesloch bei Heidelberg ansässige Konzern auch immer wieder langjährige Beraterinnen und Berater, die sich innerhalb der Branche umorientieren. Für den langfristigen Erfolg des Wieslocher Finanzdienstleisters ist eine Trendumkehr hierbei notwendig. Nicht zuletzt, da bedingt durch den demographischen Wandel in einigen Jahren etliche Beratinnen und Berater altersbedingt ausscheiden dürften.
Die Apobank blickt zufrieden auf 2024: Das Betriebsergebnis legt kräftig zu, die Bilanzsumme steigt moderat und die Dividende soll erneut bei sechs Prozent liegen. Trotz Sonderbelastungen steht die Bank solide da.