Die DZ Bank erzielt ein Rekordergebnis mit einem Vorsteuergewinn von 3,3 Mrd. Euro und einem Nettogewinn von 270,4 Mio. Euro. Trotz erhöhter Risikovorsorge – bedingt durch die Krise des Agrarkonzerns Baywa – tragen starke Leistungen von R+V und Union Investment sowie strategische Anpassungen zu einem optimistischen Ausblick für 2025 bei.
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DZ Bank
Die DZ Bank hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis eingefahren und damit erneut ihre Widerstandskraft unter Beweis gestellt. Der Vorsteuergewinn stieg um vier Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, während der Gewinn nach Steuern um 17,4 Prozent auf 270,4 Millionen Euro zulegte. Dieses Ergebnis übertraf nicht nur die eigenen Prognosen, sondern unterstreicht auch die Stärke eines diversifizierten Geschäftsmodells, das sowohl in stabilen als auch in herausfordernden Zeiten seinen Kurs hält.
Zwei zentrale Tochtergesellschaften – der Versicherer R+V und die Fondsgesellschaft Union Investment – trugen maßgeblich zum beeindruckenden Ergebnis bei. Union Investment erzielte dank hoher Zuflüsse und einer positiven Entwicklung an den Kapitalmärkten ein Vorsteuerergebnis von 1,2 Milliarden Euro.
Auch R+V profitierte von einem starken Kapitalanlageergebnis und erreichte ähnliche Gewinne. Diese starken Leistungen kompensierten teilweise die Belastungen im operativen Geschäft der Verbund- und Geschäftsbank, die durch die gestiegene Risikovorsorge beeinträchtigt wurde.
Die Risikovorsorge der DZ Bank-Gruppe hat sich in 2024 mehr als verdoppelt und erreichte 845 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund hierfür war die Notwendigkeit, ausfallgefährdete Kredite besonders in Zusammenhang mit der Krise des Agrarkonzerns Baywa stärker abzusichern.
Zusätzlich mussten auch Tochterunternehmen wie die Teambank und VR Smart Finanz, die Kredite an Privatkunden und kleine Gewerbetreibende vergeben, in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld höhere Vorsorgebeträge bilden. Trotz dieser erhöhten Risikovorsorge konnte die DZ Bank ihr Gesamtergebnis deutlich steigern.
Die DZ Bank rechnet für das kommende Jahr mit einem leichten Rückgang des Vorsteuerergebnisses, das voraussichtlich zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro liegen wird. Dennoch liegt diese Prognose rund 500 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau, was den nachhaltigen Erfolg des Geschäftsmodells belegt.
Vorstandschef Cornelius Riese betont, dass das diversifizierte Portfolio – gestützt durch starke Tochtergesellschaften – auch in einem Umfeld erhöhter Risikovorsorge stabile Ergebnisse liefert. Strategische Maßnahmen und eine konsequentere Abstimmung mit den Sicherungseinrichtungen sollen zudem künftige Risiken noch besser managen.
„Trotz der zahlreichen Herausforderungen des vergangenen Jahres konnten wir unseren Wachstumspfad fortsetzen und das sehr gute Ergebnis des Vorjahres übertreffen“, sagt Cornelius Riese, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK. „Unser diversifiziertes Geschäftsmodell hat sich in diesem schwierigen Umfeld als besonders robust erwiesen.“
Ein zentrales Element der zukünftigen Strategie ist die Optimierung der internen und externen Kommunikationsstrukturen. Riese fordert eine schnellere und engere Abstimmung mit den Sicherungseinrichtungen sowie den Prüfverbänden, um Liquiditätsrisiken und andere potenzielle Krisen frühzeitig zu erkennen und effektiv zu steuern.
Dr. Marija Kolak vom Branchenverband BVR hebt hervor, dass verschärfte Regeln und eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Akteuren notwendig sind, um künftigen Krisenfällen vorzubeugen. Bereits jetzt werden viele Anpassungen umgesetzt, ohne dass es einer langwierigen Änderung der Statuten bedarf – ein Zeichen für die Flexibilität und Innovationskraft der DZ Bank.
Die DZ Bank hat trotz eines herausfordernden Umfelds und einer erheblichen Erhöhung der Risikovorsorge ein Rekordergebnis erzielt. Die beeindruckenden Leistungen der Tochtergesellschaften R+V und Union Investment sowie strategische Anpassungen im Risikomanagement legen den Grundstein für weiteres Wachstum. Mit einem diversifizierten Geschäftsmodell und einer konsequenten Optimierung der Krisenprävention ist die DZ Bank gut gerüstet, um auch in Zukunft eine Schlüsselrolle im genossenschaftlichen Finanzsektor zu spielen.
Die Apobank blickt zufrieden auf 2024: Das Betriebsergebnis legt kräftig zu, die Bilanzsumme steigt moderat und die Dividende soll erneut bei sechs Prozent liegen. Trotz Sonderbelastungen steht die Bank solide da.