Die Commerzbank stemmt sich gegen Unicredit: Mit einem ehrgeizigen Rekordziel von 2,4 Milliarden Euro für 2024 hofft das deutsche Institut, die Übernahmefantasien der Italiener abzuwehren. Ob das gelingt?
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Commerzbank AG
Die Commerzbank hat große Pläne – trotz italienischer Großbank im Nacken. Während Unicredit bereits auf ihre Anteile schielt, setzt das deutsche Institut auf beeindruckende Zahlen, um die Aktionäre bei Laune zu halten. Doch reicht ein Rekordziel wirklich, um die Italiener in Schach zu halten?
Im dritten Quartal musste die Commerzbank einen kleinen Rückschlag verkraften: Der Gewinn fiel im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent. Doch davon lässt sich das Management nicht beeindrucken. Mit einem angepeilten Jahresüberschuss von rund 2,4 Milliarden Euro klammert sich die Commerzbank an ihr Rekordziel – und hofft, so den Übernahmefantasien der Italiener entgegenzuwirken.
Seit Oktober sitzt Bettina Orlopp als CEO im Chefsessel und zeigt sich unbeeindruckt von den Herausforderungen. „Wir sind überzeugt, dass wir den Gewinn in diesem Jahr erneut steigern können“, erklärt sie selbstbewusst. Ein ehrgeiziger Plan, vor allem nach dem eher durchwachsenen dritten Quartal. Doch Orlopp ist zuversichtlich: Trotz Belastungen durch die polnische Tochter mBank rechnet sie mit einem soliden Jahresabschluss.
Was die Commerzbank ebenfalls stützt, ist das Wachstum im Provisionsgeschäft. Trotz sinkender Zinsen – und dem damit schwindenden Rückenwind – konnte die Bank hier zulegen und übertrifft ihre eigenen Erwartungen. Für das Gesamtjahr wird ein Anstieg von über fünf Prozent im Provisionsüberschuss erwartet, eine Steigerung gegenüber den ursprünglich prognostizierten vier Prozent.
Während die Commerzbank ihre Ziele fest ins Auge fasst, macht sich Unicredit derweil bereit. Anfang September nutzte die italienische Bank die Gelegenheit und sicherte sich 21 Prozent der Commerzbank-Anteile. Mit einer angestrebten Aufstockung auf bis zu 29,9 Prozent bleibt eine Übernahme definitiv im Raum. Andrea Orcel, CEO von Unicredit, lässt keinen Zweifel daran, dass eine vollständige Übernahme eine ernsthafte Option ist.
Die Zahlen der Unicredit sprechen für sich: Mit einem Jahresziel von über neun Milliarden Euro und einer Bewertung von rund 70 Milliarden Euro zeigt sich die italienische Bank stark und selbstbewusst. Verglichen damit wirkt die Commerzbank mit ihrer Bewertung von knapp 20 Milliarden Euro bescheiden. Doch die Frage bleibt, ob eine stolze italienische Übernahme die Antwort ist – oder ob die Commerzbank den Kampfgeist und die nötigen Zahlen aufbringen kann, um allein stark zu bleiben.
Für die Commerzbank wird 2024 kein leichtes Jahr – doch das Institut lässt keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit, das Rennen um die eigene Zukunft zu gewinnen. Ob die eigenen Zahlen ausreichen, um den Übernahmefantasien der Unicredit einen Riegel vorzuschieben, bleibt spannend. In jedem Fall: Der Kampf um die Commerzbank ist eröffnet.
Die Apobank blickt zufrieden auf 2024: Das Betriebsergebnis legt kräftig zu, die Bilanzsumme steigt moderat und die Dividende soll erneut bei sechs Prozent liegen. Trotz Sonderbelastungen steht die Bank solide da.